Die Bildwelt «Luminous Elegance»

«Wahre Schönheit entsteht in Balance» – Johanna Hullár im Gespräch

Licht, das berührt. Texturen, die fast spürbar werden. Und eine Eleganz, die nicht laut ist, sondern aus innerer Klarheit entsteht: Mit «Luminous Elegance» inszeniert Johanna Hullár von STUDIO HULLÁR eine Bildwelt zwischen Vergänglichkeit und Zeitlosigkeit. Im Interview erzählt sie von ihrer Faszination für Objekte, ihrer intuitiven Arbeitsweise und der Kraft, die entsteht, wenn Präzision auf Emotion trifft.

Wer steckt hinter STUDIO HULLÁR – und wie würdest du dich selbst in drei Worten beschreiben?

Hinter STUDIO HULLÁR stehe ich, Johanna Hullár – als kreative Leitung, als visuelle Strategin. Das Studio ist eine klar strukturierte, kommerzielle Dienstleistung mit dem Anspruch, Marken ganzheitlich zu begleiten – von der Konzeption über die visuelle Strategie bis zur finalen Umsetzung. Hier entstehen ganzheitliche Konzepte, visuelle Erzählungen und Inszenierungen, die konsistent gedacht sind – ob als Bildwelt, Kampagne, Installation oder räumliches Erlebnis.

Meine Arbeitsweise ist geprägt von einem starken Fokus auf Materialität, Emotion und Storytelling. Ich arbeite oft im Team und schätze Kollaboration sehr, gleichzeitig fliesst meine eigene Handschrift – insbesondere im Umgang mit Licht, Texturen und Details – klar in meine Projekte ein.
Meine künstlerische Sensibilität ist dabei kein Selbstzweck, sondern ein Mehrwert. Sie hilft mir, präziser hinzusehen, Materialität bewusster einzusetzen und Produkte emotional aufzuladen – ohne die Markenidentität zu überlagern.

Wenn ich mich selbst in drei Worten beschreiben würde, dann sind es:
Kreativ, intuitiv und präzise.

Zum STUDIO HULLÁR

Wie hat dein Weg in die Welt von Beauty-, Fashion- und Jewellery-Stories begonnen?

Ich wusste bereits mit 13 Jahren, dass ich Fotografin werden möchte. Nach dem Kunstgymnasium in Ungarn, wo ich analoges Fotografieren von Grund auf gelernt habe, folgte ein Studium der Fotografie sowie ein Bachelor in Kommunikationsdesign in Berlin. Während dieser Zeit habe ich mich intensiv mit filmischer Fashion-Fotografie und Video auseinandergesetzt.

Meine Zeit beim Annabelle Magazine war eine sehr wichtige: Hier begegnete ich erstmals der Still-life-Fotografie und konnte während drei Jahren sehr viele praktische und technische Erfahrungen sammeln – und das sehr strukturiert und geordnet. Diese Phase hat mein Verständnis für Markenästhetik und visuelle Klarheit stark geprägt.

Der entscheidende Wendepunkt kam im Masterstudium an der ECAL in Lausanne. Dort wurde ich ermutigt, experimenteller zu arbeiten – meiner technischen Präzision zu vertrauen und bewusst an Grenzen zu gehen sowie neue und unbekannte Wege auszuprobieren. In meiner Masterarbeit konzentrierte ich mich ausschliesslich auf Moving Still-Life – also auf bewegte Stillleben-Inszenierungen. Bewegung wurde zum konzeptionellen Element, nicht nur zum Effekt. Emotion rückte dadurch stärker ins Zentrum meiner Arbeit.
Mit der Zeit wurde mir bewusst, dass Beauty- und Schmuckprodukte genau diese Spannung in sich tragen: Sie sind emotional aufgeladen und zugleich fotografisch hochtechnisch. Licht, Textur, Form und Fokus müssen präzise zusammenspielen. Diese Verbindung aus Handwerk und Emotionalität inspiriert mich bis heute.

Das, was meine Arbeit heute antreibt, ist eine tiefe Faszination für Objekte: Produktdesign, die Idee hinter einem Gegenstand, das Testen, die Entwicklung, die Produktion – und dann die Frage, wie ich diese Emotionalität zurückgeben kann.


Gibt es eine Haltung oder Philosophie, die sich wie ein roter Faden durch all deine Projekte zieht?

Für mich ist jedes Projekt Storytelling. Ein Produkt ist nie nur ein Objekt – es trägt eine Idee, ein Ritual, eine Haltung. Ich arbeite häufig mit Close-ups und bewussten Detailverschiebungen, um Wahrnehmung zu intensivieren. Der Blick soll langsamer werden. Man soll sich fragen:

Was passiert hier – und was ausserhalb des Bildrahmens?

Inhaltlich zieht sich ein Leitmotiv durch meine Arbeit: Neugier und Begehren. Mich interessiert die Spannung zwischen Sichtbarem und Unsichtbarem, zwischen Oberfläche und Bedeutung. Ich arbeite bewusst mit ungewöhnlichen und natürlichen Materialien – oft solchen, die Natur und Technologie zugleich in sich tragen. Transparenz, Reflexion, Berührung und Durchlässigkeit faszinieren mich besonders. Es sind Elemente, die sich ständig verändern und dennoch eine starke Anziehungskraft besitzen.

Gleichzeitig darf es humorvoll sein: Meine Arrangements sind nicht zufällig, aber sie entstehen sehr intuitiv. Dieses Spielerische und Lebendige ist mir wichtig – genauso wie ein Bewusstsein für Vergänglichkeit und für existenzielle Fragen, die oft leise in den Bildern mitschwingen.


Wie ist die Idee zu «Luminous Elegance» entstanden – was war der erste kreative Impuls?

Beim Projekt «Luminous Elegance» ging es für mich stark um Selbstbewusstsein und Balance mit sich selbst – spielerisch, in Bewegung, aber gleichzeitig ruhig und klar. Ein zentraler Impuls war die Zusammenarbeit mit Zosia Prominska (Model). Ihre Präsenz, ihre Sportlichkeit und ihre natürliche Stärke haben die Richtung der Bildwelt stark geprägt. Gleichzeitig spielt mein eigenes Erleben von Veränderung und Zeit eine Rolle. Mich interessierte die Frage, wie man Vergänglichkeit nicht als Verlust, sondern als zeitlose Eleganz inszenieren kann – als etwas, das Tiefe und Charakter verleiht.

Das Projekt entstand als enge Kollaboration mit einem wunderbaren Team:
Beauty von Sophia Singh, Styling von Donjeta Selmanaj und Hair von Christian Olivier. Jede Position brachte eine eigene Sensibilität ein.

Konzeptionell wollte ich Beauty, Produkt und Still-Life stärker verbinden. Beauty-Arbeit reizt mich besonders, weil sie technisch sehr nah am Still-Life ist: Lichtführung, Textur, Close-ups und minimale Verschiebungen sind essenziell – gleichzeitig braucht es eine echte Verbindung mit dem Model. Für „Luminous Elegance“ war mir wichtig, dass die Bildwelt klar ist, aber nicht klinisch: fokussiert auf das Produkt, mit Spiegelungen und Klarheit, gleichzeitig mit einer leichten Rauheit bzw. Natürlichkeit im Umgang mit Material – damit es lebendig bleibt.

Warum passen Dr. Hauschka Produkte aus deiner Sicht besonders gut zu dieser Bildwelt?

Aus meiner Perspektive steht Dr. Hauschka für Qualität, Nachhaltigkeit, Tradition – aber vor allem für eine konsistente Haltung. Genau diese innere Klarheit ist für mich entscheidend in einer Zusammenarbeit.

Ich selbst nutze die Produkte seit vielen Jahren, weil mich diese Verbindung aus Ritual, Pflege und Natürlichkeit überzeugt hat. Gerade bei Kosmetik sehe ich Schönheit nicht als Trend oder Optimierungs-druck, sondern als Balance mit sich selbst. Beauty-Produkte sind für mich alltägliche Rituale: kleine Momente, die einen wieder bei sich ankommen lassen. Man macht es nicht für andere, sondern für sich – und genau darin liegt für mich etwas sehr Empowerndes.



Was ist dir in einer Zusammenarbeit mit einer Marke besonders wichtig?

Ich arbeite besonders gerne dort, wo eine Marke eine klare innere Haltung hat. Wenn diese Werte mit meiner eigenen Perspektive resonieren, entsteht eine Zusammenarbeit, die nicht nur ästhetisch überzeugt, sondern auch Substanz hat.

Ich sehe mich als kreative Partnerin, denke konzeptionell mit, entwickle Lösungen für unterschiedliche Zielsetzungen und übernehme Verantwortung für die visuelle Qualität eines Projekts. Gleichzeitig respektiere ich die Markenidentität und arbeite darauf hin, sie zu schärfen – nicht zu überformen. Und wenn eine bewusste Weiterentwicklung oder Neupositionierung gewünscht ist, begleite ich diesen Prozess mit derselben Überzeugung.

 

Was wünschst du dir, dass Betrachter:innen fühlen, wenn sie die Bilder sehen?

Ich wünsche mir, dass Betrachter:innen zunächst innehalten. Dass sie einen Moment länger hinschauen. Idealerweise entsteht eine Mischung aus Neugier und Emotion – ein Gefühl von Anziehung, vielleicht auch eine leichte Spannung, was zum Weiterdenken einlädt.

Ich möchte, dass die Bilder eine Verbindung schaffen – über Materialität, Texturen, Licht. Dass man das Bedürfnis hat, etwas beinahe zu berühren, dass man die Oberfläche spürt oder die Frische des Lichts wahrnimmt. Durch das Storytelling soll Raum entstehen, in dem Betrachter:innen ihre eigenen Geschichten entdecken können. Gleichzeitig darf eine gewisse Lebendigkeit und Vergänglichkeit mitschwingen: ein Bewusstsein dafür, dass alles im Wandel ist.

Im Kern wünsche ich mir, dass meine Bilder nicht nur ästhetisch gefallen, sondern etwas im Inneren auslösen – ein Gefühl von Resonanz, Balance oder vielleicht sogar Empowerment.

 

Und zum Schluss: Was bedeutet für dich persönlich Ganzheitlichkeit und «wahre Schönheit»?

Für mich bedeutet Ganzheitlichkeit, nichts isoliert zu betrachten – weder ein Produkt noch ein Bild noch einen Menschen. Alles steht in Beziehung: Material, Licht, Emotion, Kontext und Geschichte. In meiner Arbeit heisst das, Konzept, Ästhetik, Technik und Inhalt so miteinander zu verbinden, dass ein stimmiges Ganzes entsteht. Auch persönlich verstehe ich Ganzheitlichkeit als Balance zwischen Innen und Aussen – zwischen dem, was man zeigt, und dem, was man fühlt.

Wahre Schönheit hat für mich deshalb wenig mit Perfektion oder Trends zu tun. Sie entsteht, wenn jemand in Verbindung mit sich selbst ist – in einer inneren Balance. Schönheit ist für mich etwas sehr Eigenes, fast Intimes. Rituale, Pflege und kleine bewusste Momente können dieses Gleichgewicht stärken – nicht, um anderen zu gefallen, sondern um sich selbst näherzukommen. Wahre Schönheit ist für mich also kein statischer Zustand, sondern etwas Lebendiges – geprägt von Veränderung, von Zeit und von Charakter. Genau darin liegt ihre Kraft.


Credits:
A collaboration by
Photography & Concept: Johanna Hullár für Studio Hullár
Beauty: @sophiasingh für @thebeautycollective / @stylecouncilagency
Talent: @zosia.prominska
Styling: Donjeta Selmanaj @skyelleven
Hair: @christianolivier__ für @stylecouncilagency
Assistants: Nicola Oberholzer @nicolaolivia_ und Anaïs Verena Märki @anais__verena

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