Synonyme für Bingelkraut: Ausdauerndes Bingelkraut, Waldbingelkraut, Waldmanna, Stinkerich
Wissenschaftlicher Name: Mercurialis perennis L.
Familie: Wolfsmilchgewächse (Euphorbiaceae)
Im Frühjahr ist das Bingelkraut eine der ersten Pflanzen, die in feuchten, schattigen Buchen- und Auenwäldern das dunkle Erdreich durchbricht und ihren noch hellgrünen Stängel dem Licht zuwendet. Da die oberirdischen Pflanzenteile dem vielverzweigten knotig gegliederten Wurzelwerk entspringen, tritt das Bingelkraut immer flächig auf. Bei der Wahl seines Standorts bevorzugt es Stellen, die von Wasser durchzogen werden. Die kleinen unscheinbaren Blüten des zweihäusigen Bingelkrauts haben eine gelblich-grüne Farbe und erscheinen von April bis Mai. Wie bei allen zweihäusigen Pflanzen befinden sich die weiblichen und männlichen Blüten auf getrennten Pflanzen. Die gesamte Pflanze ist schon im Erdboden fertig vorgebildet, sogar Blätter und Blüten sind bereits angelegt. Sobald sich der gekrümmte Stängel zu entfalten beginnt, scheint sich dieser "geistige Plan" mehr und mehr mit Leben zu erfüllen, und die Pflanze verwirklicht sich in ihrer materiellen Form. Zuerst schmiegen sich die Blätter noch dicht an den vierkantigen Stängel des jungen gestauchten Pflänzchens an. Mit zunehmender Streckung entfalten sich später die gesägten, lanzettlich geformten Blätter und bieten dem Betrachter ihre blaugrün glänzenden Blattspreiten dar.